Willkommen im Club der Fantasie-, Hilf- und Ahnungslosen
Wenn sich eine neu zusammengewürfelte, türkis-rot-pinke Einheit, die unter dem Namen "Kabinett Stocker" firmiert, bereits nach 14-Tagen klausurmäßig formieren muss, um öffentlich ihre Fantasie- und Hilflosigkeit zu offenbaren, sollte das selbst den größten Enthusiasten, aber auch allen positiv gestimmten, zu Änderungen bereiten, ÖsterreicherInnen zu denken geben.
Was Stocker, Babler & Meinl-Reisinger bei ihrer gestrigen Pressekonferenz so alles zum Besten gegeben und abgeliefert haben, ist nichts anders als ein politischer Offenbarungseid in eigener Sache, frei nach dem Motto "wenn ich nicht mehr weiter weiß, dreh ich mich im Arbeitskreis".

Quelle: https://www.msn.com/de-at/finanzen/nachrichten/klausur-regierung-will-industrie-und-standort-stärken-weiß-aber-nicht-wie-und-womit/ar-AA1BaB3t?
Es stellt sich u.a. die Frage, was ÖVP, SPÖ und NEOS in der Zeit seit dem 29.09.2024 getan haben – scheinbar nichts; sonst könnte es nicht sein, dass man sich jetzt bis Ende des Jahres 2025 Zeit nimmt, um allerlei "Strategien" entwickeln zu wollen; seit der Nationalratswahl ist mittlerweile beinahe ein halbes Jahr ins Land gezogen und erst jetzt will man erkannt bzw. registriert haben, dass es an der Zeit wäre, mit dem Nachdenken zu beginnen.
Mit dem "Nachdenken" ist es im "Kabinett" Stocker aber auch so eine Sache; es dürfen Zweifel daran angemeldet werden, ob überhaupt bei allen Mitgliedern in deren "Hinterstübchen" ausreichend "Oberstübchen-Volumen" vorhanden ist, damit wir am Ende des Jahres nicht wieder mit denselben Politplattitüden vorliebnehmen müssen.
Wenn jemand sich erdreistet, auf die Frage eines Journalisten, warum man denn eine "medienwirksame Klausur im Bundeskanzleramt zum Thema Wettbewerbsfähigkeit und Standort mache, wenn es nichts Konkretes zu verkünden gäbe" antwortet, "wir wollen zeigen, dass hier eine Bundesregierung ist, die sich um alle Probleme kümmert", dann sollten bei den BürgerInnen dieses Landes die Alarmglocken schrillen; abgerundet wurde das "Abziehbild" mit dem Hinweis, "man wolle den heimischen Unternehmen einen Fahrplan mitgeben, in welche Richtung es gehe, um Planungssicherheit zu geben".
Die Antworten auf die Frage des Journalisten waren weder KI-generiert noch sind sie frei erfunden; sie kamen von Andreas Babler & Christian Stocker …

Quelle: https://www.diepresse.com/19482123/strompreis-bis-wohnen-die-ergebnisse-der-ersten-regierungsklausur
Weniger als nichts ist prinzipiell schwer denkbar – insofern ist Stocker, Babler & Meinl-Reisinger gestern zumindest der Beweis gelungen, dass nichts nicht nichts ist, sondern viel mehr als nichts und deshalb auch eine Pressekonferenz durchaus richtig und wichtig sein kann; sonst hätten wir u.a. Folgendes nie erfahren: "Energiepreise sind für die Wettbewerbsfähigkeit, für den Standort, höchst relevant"; "es ist keine Zeitschiene dabei, wir haben aufgerissen, wohin die Reise gehen soll"; "dass wir jetzt signalisieren, wir haben festgestellt, ich zitiere den Bundeskanzler (…) dass der Markt nicht funktioniert in diesem Bereich, dass wir uns die Zeit nehmen jetzt Modelle zu entwickeln" … wer sich diesen ganzen Schwachsinn antun will, kann sich das gerne selbst ansehen (https://on.orf.at/video/14267978/zib-spezial-nach-der-ersten-regierungsklausur).
Und jene, die uns alle mit diesen neuen "Erkenntnissen" belästigen, nennen sich, zu allem Übel, auch noch "Regierung".
Ganz ehrlich: Das "türkis-rot-pinke" Projekt ist ein Rohrkrepierer, aber nie und nimmer ein "Geschoss", mit dem man im Kampf gegen Rezession, Stagnation und Wettbewerbsunfähigkeit etwas gewinnen könnte.
Vielleicht wäre es klug, Politikergehälter künftig mit dem Betreff "Hilflosen-Zuschuss" anzuweisen; das käme der Wahrheit vermutlich näher.
Chr. Brugger
19/03/2025