Vom Winde verweht

03.03.2025

Einen Oscar-reifen Auftritt hat Österreichs Skispringer Daniel Tschofenig bei der nordischen Ski-WM in Trondheim nach seinem gestrigen Absturz von der Normalschanze abgeliefert; im Unterscheid zum titelgebenden Film, einem Hollywood-"Schinken" aus dem Jahr 1939, wird der schlechte Verlierer aus Kärnten für sein Verhalten vermutlich keine elektrolytisch mit Gold überzogene Bronze-Statuette erhalten.

Nun ist es bei einer Freiluftsportart wie dem Skispringen nicht unüblich, dass der Wind eine mehr oder weniger große Rolle spielt; um möglichst faire Bedingungen für alle Teilnehmer zu gewährleisten, ist es seit Jahren üblich, dass die verantwortliche Jury jeweils einen "Windkorridor" bestimmt; wenn sich der Wind innerhalb dieses Korridors befindet, kann bzw. muss der jeweilige Springer eben springen; und das war auch gestern bei Daniel Tschofenig der Fall – ein üblicher Vorgang, der sich Jahr für Jahr hunderte Male wiederholt.

Quelle: https://www.msn.com/de-at/nachrichten/other/böse-abgestürzt-daniel-tschofenig-brennheiß/ar-AA1A64j5#fullscreen

Und immer wieder gibt es Wettbewerbe, bei denen Springer mit den Windverhältnissen hadern, sich benachteiligt fühlen oder eben komplett "durchdrehen"; zur letzten Sorte gehört Tschofenig.

Ob seines Verhaltens wäre es besser, Tschofeng würde seiner eigenen Intuition folgen, einfach abreisen und heimfahren; er wurde nicht vom Wind verweht – er ist, schlicht und einfach, an sich selbst gescheitert und war an diesem Tag nicht gut genug für eine bessere Platzierung.

Tschofenigs Talent ist unbestritten – wer in einer Saison gleich mehrere Weltcupspringen, vor allem auch die 4-Schanzen-Tournee, gewinnt, der kann zweifelsfrei passabel Schispringen; um ein wahrhaft Großer zu werden, muss er allerdings noch etwas lernen; dazu gehörte vor allem auch, sich bei Niederlagen nicht als Opfer darzustellen, sondern Größe zu zeigen; davon ist der Kärntner allerdings meilenwert entfernt; wer sich nach Pleiten wie ein trotzig-flennendes Kleinkind geriert darf sich nicht wundern, wenn er ausgelacht und verhöhnt wird.

Tschofenig ist nicht der erste, der sich rein subjektiv von der Jury benachteiligt fühlt – er wird auch nicht der letzte gewesen sein; es hat schon wesentlich bessere und erheblich erfolgreichere Skispringer gegeben, die sich über ungünstigen Wind zu ärgern wussten; keiner von ihnen hat aber so reagiert, wie der eingebildete Pimpf aus Hohenthurm.

An internationalen Maßstäben gemessen, hat der schlechte Verlierer absolut noch rein gar nichts erreicht – er ist weder Olympiasieger noch Weltmeister; von den besten Skispringern dieser Welt (Matti Nykänen, Kamil Stoch, Simon Ammann, Ryōyū Kobayashi, Marius Lindvik, Thomas Morgenstern & Gregor Schlierenzauer oder Adam Malysz) ist Tschofenig schon rein sportlich dermaßen weit entfernt, dass jedes Wort über ihn eigentlich sinnlos und überflüssig wäre.

Quelle: https://www.krone.at/3711682#fb-10555-df2b71f6

Ins dümmlich-naive Bild passen die Aussagen der ÖSV-Spitze: "Mit ein bisschen Fingerspitzengefühl der Jury darf man den Weltcupführenden da nicht runterlassen, weil er ist chancenlos gewesen. Das war absolut nicht okay!" meint beispielsweise Mario Stecher.

Was soll bitte die Tatsache, dass der ÖSV-Springer im Weltcup führt, damit zu tun haben, ob sich der Wind im vorgeschriebenen Korridor befindet oder nicht? Im Umkehrschluss hieße das zwangsläufig, dass es bei allen anderen völlig egal wäre, woher der Wind weht; recht viel dämlicher kann man den Absturz von Tschofenig ja gar nicht mehr zu rechtfertigen versuchen.

Stecher sollte sich an die unfaire Gangart seines Schützlings Lamparter beim Mixed-Kombinationswettbewerb erinnern; daran, wie sich dort die japanische Mannschaft verhalten hat, sollten sich die arroganten ÖSV-Schnösel ein Vorbild nehmen; die haben ihre Niederlage wie echte Männer & Frauen hingenommen - für die pikierten ÖSV-Snobs muss man sich aber schämen.

Chr. Brugger

03/03/2025