Stillstand & Qualitätsmedien
Sollten sich die Leser meiner Beiträge darüber wundern, im Bereich der Politik in den letzten Wochen wenig bis gar nichts vernommen haben zu können, ist das dem Umstand geschuldet, dass sich die Republik Österreich nicht erst seit Wochen im völligen Stillstand befindet; seit Beginn des Wahlkampfes für die am 29.09.2024 stattgefunden habende Nationalratswahl haben sich jene, die Politiker genannt werden möchten, einer recht eigenartigen Lethargie verschrieben, die scheinbar unter dem Motto "Stillstand ist besser als Schwachsinn" firmiert.
Der hoch bzw. bis über das Dach der Republik hinaus verschuldete Staat leistet sich seit mehr als einem halben Jahr eine "Regierung", die weder handlungsfähig ist noch intelligente Lösungen für die zahlreich vorhandenen, überwiegend strukturell bedingten, Probleme des Landes präsentiert.

Quelle: https://www.nachrichten.at/politik/innenpolitik/uebergangskanzler-schallenberg-mit-regierungsfuehrung-betraut;art385,4015063,B::pic135788,3212691
Es hat den Anschein, als wären jene, die eigentlich für die Verwaltung & Gestaltung des Landes verantwortlich wären, nichts anderes bzw. Besseres zu tun, als sich mit sich selbst und ihren eigene Befindlichkeiten zu beschäftigen.
Nun ist die Schieflage des Landes zweifelsfrei der Unfähigkeit all jener zu verdanken, die nach wie vor und paradoxerweise für die Verwaltung der Republik verantwortlich wären; der weithin Unfähigste ist zwar, weil irgendwie und en passant abhandengekommen, nicht mehr an Bord des sinkenden Schiffes; der Rest der Crew sitzt aber immer noch am offensichtlich autopilotierten Steuerrad und lässt sich fürstlich honorieren – fürwahr eine recht kommode Situation: € 20.000,00 monatlich fürs Nichtstun oder Maulaffenfeilhalten ist keine schlechte Gage; wer aber hat z.B. von Kogler, Edtstadler, Kocher, Plakolm, Tanner, Raab, Rauch, Gewessler oder Totschnig in den letzten Monaten jemals etwas Sinnvolles vernommen?
Nüchtern betrachtet ist es aber allenfalls sogar besser, wenn die Genannten nichts tun – damit können sie zumindest den Schaden, den sie angerichtet haben, nicht noch zusätzlich vergrößern; wofür sie dann allerdings von uns, dem Staatsvolk, bezahlt werden, müssten sie selbst beantworten oder wir, indem wir endlich damit anfangen, uns gegen die hoch dotierte Untätigkeit der dummdreisten Verwaltungseinheit zur Wehr zu setzen, die sich immer noch "Regierung" nennt bzw. nennen darf.

Quelle: https://www.derstandard.at/story/3000000251635/die-profil-chefin-ist-gefragt
Auffällig ist auch, dass sich diejenigen oder vielmehr das, was sich selbst immer noch als Qualitätsjournalismus bezeichnet wissen will, offensichtlich nicht anderes zu tun hat, als recht rege an der politischen Kaffeesudleserei mitzuwirken; man hat sich scheinbar mit dem Stillstand abgefunden, groovt lethargisch mit und kommentiert nur noch "Dinge", die es entweder gar nicht gibt oder über die man bloß mutmaßen kann; Martina Salomon, Anna Thalhammer, Johanna Hager u.a. sollten endlich in die Gänge kommen und ihre Griffel in die Wunden der Republik legen – wir haben seit mehr als einem halben Jahr keine Führung in unserem Land und damit Stillstand.
Viel lieber erdreisten sich die "Qualitätsjournalisten" darüber, wie ihnen die FPÖ, respektive Herbert Kickl, möglicherweise ihre Pfründe streitig machen bzw. Förderungen in Millionenhöhe streichen könnte; wenn man sich das derzeitige Verhalten der Medienmitarbeiter ansieht, könnten finanzielle Einbußen sogar dabei behilflich sein, sich darauf zu besinnen, was denn die eigentliche Aufgabe wäre.

Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000086761781/martina-salomon-ist-neue-kurier-chefredakteurin
Wer bei der Erfüllung seiner eigenen Qualitätsstandards von Förderungen und Steuergeld abhängig ist und sich selbst nicht finanzieren kann, sollte sich beizeiten auch darüber einmal Gedanken machen, ob er tatsächlich alles richtig macht bzw. am Markt überhaupt noch etwas verloren hat.
Unlängst habe ich über die "Stunde der Medien" geschrieben – man hat die Botschaft weder verstanden, noch wird die Chance wahrgenommen, sich politisch sinnvoll einzubringen; eher wird das getan, was man immer tut – alles bloß zu kommentieren und ja nichts zu bewegen; wer wirtschaftlich vom Staat abhängig ist, ist weder unabhängig noch frei in dem, was er tut oder unterlässt; die "Qualitätsmedien" führen sich gerade selbst ad absurdum.
Chr. Brugger
31/01/2025