Planlos nach Kiew
Es hat nicht nur den Anschein, als würde sich Europa, respektive die europäische Union, im "Kampf um den Frieden" in der Ukraine längst aufgegeben haben und nur darauf warten, welche Ergebnisse man zur Kenntnis nehmen darf.
Europa hat keinen Plan und ist infolgedessen offenbar nicht nur völlig planlos, sondern steht dem Treiben der "Großmächte" Russland & USA ebenso hilflos wie überfordert gegenüber.

Quelle: https://www.news.at/politik/meinl-reisinger-russische-assets-fur-ukraine-verwenden
Von beinahe jedem europäische Staatschef oder Außenminister sind seit Jahren immer wieder dieselben Worte zu vernehmen; auch die neue österreichische Außenministrantin, Beate Meinl-Reisinger, ist dabei keine Ausnahme: "Österreich steht solidarisch an der Seite der Ukraine" ist zu lesen, man zeige "volles Engagement für die Unabhängigkeit, Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine".
Um diese Botschaft noch nachhaltiger zu vermitteln, reist die NEOS-Chefin diese Woche in die Ukraine; die Frage ist, was das soll bzw. was sie damit erreichen will?
Mit Solidaritätsbekundungen wird die Ukraine ihren Widerstandskrieg gegen Russland vermutlich nicht gewinnen können; es ist auch davon auszugehen, dass mit wohlwollenden Worten weder die Souveränität noch die territoriale Integrität wiederherstellbar ist. Mit Eiapopeia-Politik und hehren Schalmeienklängen wird Putin kaum zu besänftigen und Trump nicht davon abzuhalten sein, der Ukraine den Frieden demnächst ganz einfach zu diktieren.
Die Ukraine wird am Ende froh sein müssen, wenn sie in etwa jene Territorien behalten darf, auf die sie, Stand heute, noch Einfluss hat; vom Rest des Landes wird man sich wohl oder übel und des Friedens willen verabschieden müssen.
Es wäre vielleicht an der Zeit, militärische Kräfteverhältnisse zur Kenntnis zu nehmen anstatt laufend darüber zu philosophieren, dass die gewaltsame Landnahme Russlands mit den europäischen Werten nicht in Einklang zu bringen wäre.
Wie naiv kann oder darf man sein, um das nicht zu verstehen?

Quelle: https://lab.neos.eu/blog/das-freie-europa-braucht-eine-freie-ukraine
Wenn Meinl-Reisinger etwas erreichen oder ausrichten wollte, müsste sie in Schwechat einen Flieger in Richtung Moskau oder Washington besteigen, um nach der Landung mit jenen zu reden, die in der Ukraine das Sagen haben; Solidaritätsbekundungen könnte man twittern und mit moralischer Unterstützung ist kein Krieg zu gewinnen – und selbst durch den Besuch eines zerbombten Kindergartens werden jene Kinder nicht wieder lebendig, die den russischen Angriffen zum Opfer gefallen sind.
Meinl-Reisinger unterliegt daher demselben fatalen Irrtum wie ihr Amtsvorgänger und all jene, die meinen, die Ukraine nur deshalb besuchen zu müssen, um den dortigen Politikern ihre Solidarität zu bekunden, gut zuzureden und allenfalls das Händchen zu halten sowie, auch das ist üblich geworden, ein paar Millionen Euro in den Opferstock Selenskyjs zu werfen – den Kiew-Pilgern ist nur noch nicht aufgefallen, dass die Ukraine den Krieg mit sanften Tönen nicht gewinnen und Russland nicht dazu bewogen werden kann, von der Ukraine abzulassen.

Quelle: https://www.kleinezeitung.at/politik/innenpolitik/6160521/Besuch-in-der-Ukraine_MeinlReisinger_Putin-will-nicht-dass-dieses
Es fehlt nur noch der Standard-Satz der, ach so klugen wie friedfertig naiven Europäer: "Putin kann den Krieg beenden, indem er sich aus der Ukraine zurückzieht"; man kann sich zwar etwas wünschen oder hoffen, nur einen Fehler sollte man nicht zum hundertsten Mal machen – sich dümmer zu gerieren, als man tatsächlich ist.
Dennoch – ich wünsche eine gute Reise und viel Erfolg beim "weiter wie bisher" …
Chr. Brugger
11/03/2025