ORF-Burleske bei der Ski WM
Was das Kommentatoren-"Star"-Aufgebot des ORF bei der diesjährigen Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm aufzuführen in der Lage ist, spottet nicht nur jeder Beschreibung, sondern ist schlichtweg eine grenzenlose Frechheit – auf Kosten aller Zwangsgebühren- und SteuerzahlerInnen.
Man hat den Überblick darüber bereits nach zwei Tagen völlig verloren, wer wann wo über was, das wiederum beinahe rund um die Uhr, berichtet und vermeint, einen Beitrag zu einer würdigen WM leisten zu wollen.

Quelle: https://extradienst.at/orf-uebertraegt-ski-wm-auf-maximalem-level/
Beim ORF ist man sogar so weit gegangen, selbst völlig belanglose Trainingsläufe mit einer Heerschar an Kommentatoren einem nicht vorhandenen Publikum näher bringen zu wollen; wer bitte soll an einem Dienst- oder Mittwochvormittag live übertragene Trainingsläufe im TV ansehen? Pensionisten, Arbeitslose oder Schüler, die die Schule schwänzen … ca. 140.000 Zuseher am 04.02.2025, vormittags um 10.30 Uhr, war die magere Ausbeute beim ersten Training der Abfahrerinnen; und dafür bietet der ORF seine Reporter- und Kameraleute-Armada auf, die weltweit ihresgleichen nicht einmal in Nordkorea bei einer militanten Propaganda-Show finden würde.
Niemand auf unserem Globus ist dermaßen vertrottelt, Trainingsläufe live im Fernsehen übertragen zu wollen – nur dem ORF gelingt das, in einem Anflug von Größenwahn, schier mühelos.
Im Ziel "heizen" Alina Zellhofer & Alexandra Meissnitzer "Countdown-mäßig" die Stimmung an – die Frage ist nur, für wen?
Witzig ist allerdings die Szenerie: Im Hintergrund sind apere Wiesen und ein völlig leeres Skistadion zu sehen; man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, hier würden zwei Frauen nur für sich selbst irgendetwas plappern, weil sie unbedingt etwas sagen müssen oder sonst nichts zu tun oder sich zu sagen haben.

Quelle: https://www.sn.at/sport/olympia-2022/video-sn-olympia-talk-olympia-talk-mit-alexandra-meissnitzer-peking-hinter-den-kulissen-116782117
Apropos Plappern: Gäbe es eine Weltmeisterschaft im sinnbefreiten Dauerplappern, wäre Fr. Meissnitzer die absolute Topfavoritin und nahezu unbesiegbar – ich kenne niemanden, der mehr redet, ohne inhaltlich etwas zu sagen, als die ehemalige Skirennläuferin; während Zellhofer spricht, wackelt Meissnitzer unablässig mit dem Kopf und glänzt dabei wie ein frisch polierter Schilling … das sieht sogar recht lustig aus.
Sportliche Gründe kann diese ORF-Übertragungs-Burleske jedenfalls nicht haben; es hat viel eher den Anschein, als wolle der ORF seine eigene Sendezeit dafür nützen, möglichst viel Werbung für Unternehmen betreiben zu wollen, die auf das Konto der Ski-WM-Veranstalter bzw. der ReporterInnen eingezahlt haben; anders ist es ja kaum zu erklären, dass alle ReporterInnen und "Experten", ebenso wie nahezu alle Interviewten bzw. Gesprächspartner, wie Litfaßsäulen aussehen und damit im öffentlichen Rundfunk nicht nur sich selbst sondern vor allem ihre persönlichen Sponsoren präsentieren möchten.
"Kommerz statt Herz" lautet offenbar das Gebot der unzähligen ORF-Stunden; was das allerdings mit dem gesetzlichen Auftrag des ORF zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht: Bildung kann es jedenfalls nicht sein – was unsere Reporter rhetorisch zum Besten geben, ist unter jeder Kritik und wäre eher im Bereich sonderpädagogischer Zentren erwartbar; unverständlicher Dialekt, Kauderwelsch de luxe, Phrasendrescherei der Extraklasse und "Späßchen", über die niemand lachen kann – peinlich, peinlich, nur noch peinlich …
Chr. Brugger
06/02/2025