Kriegswirtschaft für Europa?

17.03.2025

Heutzutage muss man mit allem rechnen – nun hat sich auch Manfred Weber, der Fraktionsvorsitzende der EVP ("Europäische Volkspartei"), zu Wort gemeldet; in der "Welt" ist zu lesen: "Wir müssen unser Denken in Europa jetzt auf Kriegswirtschaft umstellen." "Wir brauchen - auch wenn der Begriff kein einfacher ist - eine Art Kriegswirtschaft in der EU, um Stabilität und Sicherheit gewährleisten zu können", sagte der deutsche Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe" schreibt "Die Presse".

Quelle: https://wirtschafts-nachrichten.at/artikel/ist-europa-auf-dem-weg-in-die-kriegswirtschaft/

Nähme man ernst, was der umstrittene Niederbayer von sich zu geben wusste, dann müsste sich unsereiner mit der Frage beschäftigen, was das denn für uns bzw. Österreich als Mitglied der Europäischen Union und vor dem Hintergrund unserer immerwährenden Neutralität wohl bedeutete.

Es sollte uns aber jedenfalls zu denken geben, was Weber am Ende seines Interviews äußerte: "Deutschland und Europa müssen in wenigen Jahren wehrfähig werden".

Das kann im Umkehrschluss nur so verstanden werden, dass wir derzeit eben nicht wehrfähig und damit potenziellen Angreifern mehr oder weniger hilflos ausgeliefert sind.

Quelle: https://www.dhm.de/lemo/bestand/objekt/plakat-deutsche-frauen-arbeitet-im-heimatheer-um-1917

Die Aussage Webers ist dabei und im Wesentlichen nur die Quintessenz dessen, was mit einem vollständigen Versagen der Europäischen Union in verteidigungs- und sicherheitstechnischen Belangen gleichzusetzen wäre; seit dem Fall der "Berliner Mauer" hat sich in Europa niemand mit der eigenen Sicherheit beschäftigt; man hat darauf vertraut, den Frieden notfalls auch mit "unseren Werten" bewahren bzw. verteidigen zu können – angesichts des Krieges in der Ukraine und dem Verhalten des US-Präsidenten Donald Trump stehen wir nun vor dem Scherbenhaufen unserer eigenen Naivität oder Dummheit.

Für diese ausweglose Situation ist, wie immer, niemand verantwortlich; Kohl, Mitterand und Chirac sind längst verblichen, Sarkozy & Hollande frönen ihren diversen amourösen Abenteuern und Merkel hat sich an ihren eigenen Memoiren versucht; Prodi und Barroso sind als Lobbyisten tätig, von Jean-Claude Juncker ist nichts mehr zu hören – und mit von der Leyen, Macron und Scholz bzw. Merz ist so oder so kein Krieg zu gewinnen – selbst wenn Europa auf Kriegswirtschaft umstellen sollte.

Quelle: https://www.tvaktuell.com/weber-und-soeder-fordern-europa-muss-verteidigungsfaehig-werden-583092/

Vielleicht sollte man sich in Brüssel, Paris und Berlin einmal Gedanken darüber machen, wie man Europa strategisch aufstellen muss, um nicht demnächst hunderte Milliarden Euro sinnlos zum Fenster hinauszuwerfen; so wie sich der europäische Hühnerhaufen das derzeit vorstellt, wird und kann es nicht funktionieren; selbst bis auf die Zähne bewaffnet wird Europa nicht in der Lage sein, auf einem Schlachtfeld zu reüssieren – Europas Soldaten sind weder in der Lage noch willens, ihre eigenen Länder, geschweige denn "ihren" Kontinent, zu verteidigen; sie kennen weder Entbehrungen noch sind sie physisch und psychisch in der Lage, notfalls jahrelang Kriegsdienst zu leisten; europäische Soldaten sind verweichlicht, kampfunfähig und im besten Fall "Kanonenfutter" – speziell dann, wenn sie nicht ihr Land sondern europäische Werte verteidigen und für etwas kämpfen müssen, das es in Wahrheit gar nicht gibt: Ein einheitliches Europa, das zu allem Übel auch noch ausnahmslos von Schwächlingen und rückgratlosen Möchtegernstrategen befehligt wird – damit ist die auch umfassende Befehlsverweigerung vorprogrammiert; wer allerdings die Befehle von Stahlhelm-Uschi, Feldwebel Fritz bzw. Rockzipfelhalter Emmanuel ernst nehmen würde, dem könnte ohnedies nicht mehr geholfen werden.

Chr. Brugger

17/03/2025