Achtung: Kein Aprilscherz

02.04.2025

Der erste (1.) April eines jeden Jahres ist dafür bekannt, dass an diesem Tag jemand seine Mitmenschen durch erfundene, spektakuläre oder unglaublich anmutende "News" bzw. "Stories" in die Irre führt und eben dadurch "zum Narren" hält.

Als gestern, am 01. April 2025, die Meldung, Karl Nehammer würde ins Direktorium der Europäischen Investitionsbank einziehen, die Runde zu machen begonnen hat, dachte ich lange Zeit, es könne sich dabei eben nur um einen solchen Aprilscherz handeln; denn, was hat jemand, der weder einen Beruf erlernt noch irgendeine Ausbildung abgeschlossen, geschweige denn je in seinem bisherigen "Berufsleben" etwas Sinnvolles zustande gebracht hat, in einem international tätigen Unternehmen zu suchen, das gewerbsmäßig Bankgeschäfte abwickelt?

Quelle: https://www.krone.at/3744120#fb-10555-df2b71f6

Im Laufe des Abends musste ich allerdings feststellen bzw. zur Kenntnis nehmen, dass die Bestellung Nehammers zum Vizepräsidenten der EIB wohl schon beschlossene Sache sein dürfte, wobei es immer noch etwas komisch anmutet, dass just ein "roter" Finanzministrant den "schwarzen" McDonalds Charly ins Spiel gebracht bzw. nominiert hat.

Wie bereits des Öfteren geschrieben – in Österreich kann und muss man immer und überall mit allem rechnen …

Nun häufen sich aber längst die Mutmaßungen darüber, dass die "Beförderung" des (politischen) Versagers Nehammer Teil des türkis-rot-pinken Koalitionspaktes gewesen sein dürfte; in Anlehnung an den griechischen Komödiendichter Menander ("Manus manum lavat") wäscht die eine Hand zwangsläufig ja immer auch die andere; und frei nach dem ehernen Grundsatz all jener unnützen Parteiparasiten, die sich in der Kunst der Ämterpatronage verstehen, "Quid pro quo" oder "dies für das", soll also unser "Burger Charly" plötzlich, ein hochdotierter Spitzenbanker geworden sein; das ist wahrlich eine Metamorphose der ganz speziellen Art.

Kein Aprilscherz ist scheinbar auch die Begründung für Nehammers Nominierung; er soll, so Finanzministrant Marterbauer, über Expertise in sicherheitspolitischen Belangen verfügen – "Nehammer war Berufssoldat und hat eine berufliche Vorerfahrung im Bundesheer"; zudem verfüge er über "Expertise im EU-Rat".

Der gelernte Österreicher könnte angesichts einer solch "profunden Diagnose" geneigt sein sich zu fragen, wie vertrottelt und verkommen jemand sein muss, um die Besetzung einer mit Steuergeld bezahlten Spitzenposition so zu begründen; dafür benötigt es schon ein gerütteltes Maß an geistiger Verdorbenheit.

Quelle: https://www.facebook.com/photo/?fbid=2574502999310903&set=a.1663258597102019

Jemandem "Expertise in sicherheitspolitischen Belangen" zu attestieren, der bloß als ehemaliger Zeitsoldat des österreichischen(!) Bundesheeres gedient hat, ist an Blödheit kaum noch zu überbieten; dasselbe gilt für die Annahme, Nehammer "verfüge über Expertise im EU-Rat"; dort ist der durch Zufall ins Amt beförderte "Schmähbruder der Nation" die ganze Zeit nur als willfähriger Ja-Sager und wortkarger Trittbrettfahrer auffällig geworden.

Er, Nehammer, hat Österreich keinesfalls, wie er das laufend von sich selbst behauptet, gedient, sondern nur geschadet und maximal einen Bärendienst erwiesen; er ist, auch das wird kaum jemand bestreiten, einer der dümmlich naivsten und charakterschwächsten Politiker, die die zweite Republik "hervorgebracht" hat; und dafür wird er jetzt mit einem Posten belohnt, dem er schon von den Anforderungen her niemals gewachsen sein kann. Ebenso gut könnte man für diesen Job einen arbeitslosen Hilfsarbeiter namhaft machen, der im Idealfall noch über einen Sonderschulabschluss verfügt; das, was hier parteipolitisch paktiert wurde ist eine grenzenlose Frechheit sowie eine Verhöhnung all jener, die durch ihre Arbeit den Staat finanzieren und damit auch solch absurde Figuren wie einen Karl Nehammer durchfüttern.

Chr. Brugger

02/04/2025