Gerupfte Adler
Mit einer herben Enttäuschung ist für Österreich das Team-Springen der Herren auf der Großschanze zu Ende gegangen.
Mit Mühe und Not konnten sich Tschofenig, Ortner, Kraft & Hörl den 2. Rang vor Norwegen sichern, der Sieg hingegen ging ungefährdet an Slowenien.
Als absoluter Top-Favorit ist das heimische Quartett in das WM-Springen gegangen, als großer Verlierer musste die Mannschaft von Cheftrainer Andreas Wildhölzl ins Mannschaftsquartier zurückkehren; die als sicher geltende Goldmedaille wurde am Tisch der Granåsen-Großschanze verspielt – das lag vor allem an der überragenden, mannschaftlich sehr geschlossenen Leistung der Slowenen, die ihren Triumph bei der WM in Planica (2023) wiederholen konnten.

Quelle: https://www.diepresse.com/19409321/nordische-wm-goldener-auftakt-der-klaebo-festspiele
Weiterhin ein Klasse für sich ist bei dieser WM Johannes Høsflot Klæbo, der gemeinsam mit Erik Valnes, Løwstrøm Nyenget und Harald Østberg Amundsen die 4x7,5km-Staffel der Herren souverän gewinnen konnte; Silber ging an die Schweiz und Bronze an Schweden; die österreichische Staffel landete mit mehr als 2 ½ Minuten Rückstand im abgeschlagenen Feld.
Bereits tags zuvor (05.03.2025) konnten die Österreicher im Langlauf (Teamsprint klassisch) weder bei den Damen noch bei den Herren im Teamspint reüssieren; die Teams Benjamin Moser/Lukas Mrkonijc und Katharina Brudermann/Magdalena Scherz wurde jeweils 13.
Die einzige "Erfolgsmeldung" haben wir dem Mixed-Team zu verdanken; Eva Pinkelnig, Stefan Kraft, Jacqueline Seifriedsberger & Jan Hörl konnten am 05.03.2025 mit einem Rückstand von 113,6 Punkten(!) knapp den 3. Rang und damit, hinter Norwegen und Slowenien, Bronze erreichen.

Quelle: https://www.diepresse.com/19409321/nordische-wm-goldener-auftakt-der-klaebo-festspiele
Das bisher äußerst dürftige Abschneiden der ÖSV-Athleten beschert uns im Medaillenspiegel derzeit den 6. Rang; das ist für österreichische Verhältnisse und angesichts der hohen Erwartungen eine mittlere Katastrophe – Besserung ist aber leider nicht in Sicht; wenn wir überhaupt noch irgendwo etwas "holen" können, sind das noch die Skispringer auf der Großschanze sowie das Team der nordischen Kombinierer (Großschanze u. 4x5km) bzw. im Einzel auf der Großschanz samt 10km Langlauf; vom Rest kann und darf man sich ganz einfach nichts mehr erwarten; beim Skispringen auf der Großschanze benötigten unsere Damen Glück sowie reichlich Aufwind; auch für die beiden Langläufer Teresa Stadlober & Mika Vermeulen hängen die Medaillen auf den abschließenden 50km-Distanzen vermutlich viel zu hoch, als dass sie diese erreichen könnten – dann wird die WM allenfalls sogar "ohne Gold" zu Ende gehen; das ist zwar kaum vorstellbar, aber dennoch möglich bzw. mittlerweile sogar realistisch.
Chr. Brugger
06/03/2025