Fußball & Politik
Medial wurde in den letzten Tagen über einen "Streit" zwischen dem Wiener Stadtrat Peter Hacker und dem Teamchef der heimischen Fußballnationalmannschaft, Ralf Rangnick, berichtet.
Es soll, so ist zu lesen, darum gegangen sein oder immer noch gehen, dass Rangnick eine multifunktionale Arena fordere, in der neben fußballerischen Leckerbissen der Nationalelf auch Konzerte und allerlei andere Veranstaltungen stattfinden könnten, wohingegen Hacker über eine neuerliche Adaptierung des Ernst-Happel-Stadions nachdenkt.

Quelle: https://kurier.at/sport/fussball/peter-hacker-ralf-rangnick-oefb-alaba-ernst-happel-stadion-aspern/403023375
Wie auch immer – Tatsache ist nun einmal, dass die Leistungen der Nationalmannschaft mit den Ansprüchen Rangnicks nicht kompatibel sind und die Stadt Wien nicht über die monetären Ressourcen verfügt, des Deutschen Wunsch zu erfüllen.
Tatsache ist auch, dass sich die "Elite" der heimischen Kicker u.a. für die letzten 6(!) Weltmeisterschaften nicht qualifizieren konnte und die Teilnahme an Europameisterschaften nur deshalb möglich wurde, weil die Anzahl daran teilnehmender Mannschaften von 16 auf 24 erhöht wurde, bzw. wir selbst (Mit-) Veranstalter waren.
Nur zur Erinnerung: Der letzte Sieg der Nationalmannschaft bei einer WM ist Österreich am 19.06.1990 gegen die USA in Florenz mit Trainer Josef Hickersberger gelungen; dieses sportlich bedeutungslose Ergebnis wurde also vor knapp 35 Jahren erzielt; allein, es hat am Vorrunden-Aus von Ogris, Rodax & Co nichts geändert.

Quelle: https://www.threads.net/@laola1at/post/DHWWjoEsCS_
Wenn nun jemand in diesem Land vermeint, Österreich würde in nächster Zeit auf der Weltbühne des Fußballs eine zentrale Rolle spielen, kann man solch krudem Ansinnen nur kopfschüttelnd begegnen; wer ernsthaft daran glaubt, Ralf Rangnick könne aus durchschnittlich begabten Spielern, die in ihren Vereinsmannschaften überwiegend auf den Reservebänken herumsitzen, eine "Fußballmacht" zimmern, der hat weder vom Sport an sich noch vom Fußball im Speziellen eine Ahnung.
Der einzige Spieler mit internationaler Klasse, David Alaba, wird bald 33 und muss nach seiner schweren Knieverletzung erst wieder Fahrt aufnehmen; unser einziger Stürmer (Marko Arnautović) wird 36 und lungert bei Inter Mailand auf der Ersatzbank herum; wir haben zudem keinen brauchbaren Torhüter, sondern nur "Fliegenfänger", die bei jedem Spiel ein Risiko darstellen; und bei den anderen Spielern handelt es sich, so ehrlich sollte man sein, um biedere "Handwerker", die auf das Kollektiv angewiesen, aber selbst nicht in der Lage sind ein Spiel entscheidend zu gestalten.
Und für dieses Sammelsurium an Durchschnittskickern soll man ein neues Stadion benötigen?
Selbst wenn es hierzulande Geld im Überfluss gäbe, würde jeder Cent, den man in ein Fußballstadion investiert, ein verlorener sein; wenn wir schon einen "Deutschen" benötigen, um fußballerisch etwas besser dazustehen als bisher, wäre an und für sich bereits alles gesagt.
Wie oft wurden in den letzten Jahrzehnten unsere Nachwuchsspieler besser geredet und geschrieben, als sie es tatsächlich waren und was ist aus ihnen geworden?
Die Antwort ist ernüchternd: Bis auf Alaba nichts, rein gar nichts …
Aus Seiwald, Sabitzer, Laimer, Gregoritsch, Lienhart, Posch, Wimmer, Baumgartner & Co sind ganz passable Fußballspieler geworden, mehr aber auch nicht; in ihren jeweiligen Vereinen sind sie allesamt bloß Mitläufer oder Mittelmaß – keinem von ihnen kommt eine tragende Rolle zu und keiner hat das Potenzial sich international bemerkbar zu machen.

Quelle: https://www.threads.net/@laola1at/post/DCUBTn0NYvf
Die maßgeblichen Politiker wären daher, nicht nur wegen der knappen finanziellen Ressourcen, gut beraten, Rangnicks Wunsch zu ignorieren; denn es wird nur eine Frage der Zeit sein, wann der Hr. Professor vom österreichischen Fußball die "Schnauze" voll hat; mit der von Dilettanten verursachten Dauerkrise des ÖFB dürfte sich Rangnick mittlerweile ja arrangiert haben; strukturell kann er aber dennoch nichts verändern und in Wahrheit ist es so, dass nach dem Abgang von Rangnick wieder die Stunde der Herzogs, Hütters, Stögers & Glasners schlagen wird; eben Mittelmaß, soweit das Auge reicht …
Übrigens – Highlight des heutigen Fußballabends im Wiener Ernst-Happel-Stadion, Beginn 20:45 Uhr, live auf ORF 1:

Quelle: https://www.heute.at/s/babler-rapid-viertelstunde-steht-auch-fuer-mich-120004235
Neo-Sport-Ministrant Andreas Babler soll, so wird kolportiert, als Ball-Kind an der Hand von Schiedsrichter Joao Pinheiro einmarschieren und anstatt der Bundeshymne wird dieses Mal ausnahmsweise die erste Strophe der "Internationalen" intoniert; man darf gespannt sein, wer von der heimischen Startelf den Text beherrscht und folglich mitsingt …
Chr. Brugger
20/03/2025