Ein „Kanzler“ für alle

14.03.2025

Dass Christian Stocker verlauten lässt, er wolle ein "Kanzler" für alle Wähler, respektive diejenigen der FPÖ, sein, entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie; dafür hätte ihn zumindest jemand wählen müssen, was aber nicht der Fall war; ihn hat nicht einmal ein einziger Wähler gewählt; er, Stocker, hat es vielmehr dem Zufall oder einer tragischen Chronologie von Ereignissen zu verdanken, dass er an die Spitze der heimischen Verwaltung gespült wurde; so wie seiner Vorgänger im Amt ist er "wie von Zauberhand" plötzlich zu etwas geworden, was am 29.09.2024 niemand geahnt hätte; mit vielem hätte man rechen können oder müssen, mit Stocker keinesfalls.

Quelle: https://exxpress.at/politik/marxist-babler-bald-vize-immer-mehr-oevp-granden-fuer-schwarz-rot/

Wir müssen es aber, wohl oder übel, hinnehmen, in nächster Zeit von jemandem "regiert" zu werden, den niemand wollte, geschweige denn gar als "Kanzler".

Nun ist es für die ÖsterreicherInnen schon kaum ertragbar und auszuhalten, dass man sich mit jemandem wie Andreas Babler als "Witze-Kanzler" abfinden muss und all den anderen Schießbudenfiguren, die dem Grusel-Kabinett so angehören; aber Stocker als deren "Leitfigur" zu akzeptieren, verlangt uns ÖsterreicherInnen mehr ab als denkmöglich erscheint.

"Zentrale Maßnahmen" seien bereits auf den Weg gebracht worden, vermeint Stocker; eine "Mietpreisbremse" ohne Bremspedal, ein europa- und verfassungsrechtlich fragwürdiges "Familiennachzugsverbot" und sonst nur die üblichen Ankündigungen und Absichtserklärungen – alles bedingt durch die Finanzierbarkeit und, wie das neuerdings heißt, "unter Budgetvorbehalt" – ÖVP & Grüne haben das Land an den Rand des Ruins verwaltet … und just das ist jetzt sozusagen das "Todschlagargument" für jedwede Reformbemühungen; die Unfähigkeit muss jetzt gleichsam als ihr eigener Steigbügelhalter herhalten – klingt super und ist auch so – frei nach dem Motto: "Weil die anderen alles falsch gemacht haben, können wir nichts richtig machen" – blöd ist nur, dass bei den "anderen" auch schon die "wir" dabei waren; ohne ÖVP geht es nicht und mit aber noch viel weniger – ein Dilemma also, oder eine heimsicher Witz auf der Treppe hinauf ins Kanzleramt.

Quelle: https://www.noen.at/in-ausland/dreierkoalition-praesentiert-ihr-programm-dem-nationalrat-464443276

Bei der Bildung hat jemand das "Sagen", der bereits in Wien bewiesen hat, dass er nichts kann oder zustande bringt und unter seiner Federführung alles nur noch schlimmer wird – nach Faßmann & Polaschek wird für das Begräbnis der heimischen Bildung der nächste Sargnagel versenkt.

Als Ministrantin für "Europa, Integration und Familie" darf sich nun unser aller "Allroundlaiin" Claudia P. aufführen; jene Claudia P., die sich dereinst u.a. bereits so chronisch erfolglos dafür eingesetzt hat, dass junge Menschen günstig Eigentum erwerben können; jene Claudia P., die es ohne jedwede Bildung, geschweige denn Ausbildung, zur Sekretärin gebracht und sich nun sogar zur Edelministrantin für "Europa" hinaufgedient(?) hat – Chapeau; ach ja, auch für "Familien" und "Integration" ist sie zuständig – bei der Familie könnte sie allenfalls sogar wissen, wie man dieses Wort orthografisch fehlerfrei schreiben könnte; bei der Integration bin ich mir hingegen nicht mehr so sicher.

Totschnig, Karner & Tanner sind zwar MinistrantInnen geblieben – durch ihre neuerliche Angelobung allein sind sie aber weder klüger noch besser geworden; warum auch etwas ändern, wenn man schon bislang mit Erfolglosigkeit zumindest insofern "Erfolg" hatte als man damit weiterhin der obersten Verwaltungsetage angehören darf.

Quelle: https://www.derstandard.at/story/2000021256880/beate-meinl-reisinger-atelieroffensive-und-radikale-buehnenkonzepte

Der Rest der MinistrantInnen ist bislang kaum bekannt oder auffällig geworden; Beate Meinl-Reisinger wird aber ganz sicher das tun, was sie vor den Wahlen versprochen hat: Reformen auf den Weg bringen und Leuchttürme errichten; das Problem ist nur, dass sie als Ministrantin für äußere Angelegenheiten dazu im Inland keine Gelegenheit bekommen wird; vielleicht ist das der Grund dafür, dass sie die Flucht ins Ausland angetreten hat, um im Inland nicht gar nichts erreichen zu müssen.

Hauptsache ist jedenfalls, dass alles so bleibt, wie es immer schon war; denn früher war bekanntlich ja laufend alles besser – und damit es eben nicht weniger gut wird, sind Veränderungen Gift und Neues tödlich; was soll man hierzulande also reformieren und, vor allem, wozu?

Es ist ohnedies "alles" paletti und dieses "alles" läuft wie geschmiert …

Mehr als ein paar inhaltlose Überschriften, garniert mit vagen, nichtssagenden Floskeln,  hat Türkis-Rot-Pink bislang nicht zustande gebracht; das ist selbst trotz der relativ kurzen Dauer ihrer Verwaltungstätigkeit absolut nichts - schön langsam könnten Stocker & Co aber in die Gänge kommen - hohle Phrasen werden sogar für dieses Kabinett, auch angesichts der ohnedies sehr geringen Erwartungen, zu wenig sein; denn weniger als nichts wird nicht reichen, um das Volk zu überzeugen.

Chr. Brugger

14/03/2025