Der Sehnsucht

03.01.2025

Nicht wissend, was andere davon halten, dennoch – es gibt Momente, in denen ich mit unbekannten Menschen an unbekannten Orten Zeit verbringe; man sieht jemanden, besser gesagt ein Bild und wähnt sich mi diesem Menschen zeitgleich an einem anderen Ort, der Zeit samt all ihrer Last entrückt – jemand ist um mich, mir nah; das mag abenteuerlich klingen – umso angenehmer ist das Gefühl, sich einfach hinzugeben, mögen es alle anderen für Schwelgerei oder hilflos romantisch halten; dennoch ist es so, kostet nichts und wärmt, um bewusst pathetisch zu klingen, das Herz; für solche Momente sind Worte Gift, sie können die Höhe der Vorstellung nie erreichten oder dem entsprechen, was man empfindet; Bilder sind es, die sich einprägen, Gedanken, die Flügel verleihen und man wähnt sich dort, wo Zeit keine Rolle mehr spielt, Sorgen sich in einem schwerelosen Zustand von selbst auflösen; ein ideal-idyllisches Gefühl des sich wohlfühlen und loslassen Könnens – losgelöst von allem, was einen sonst beschwert, worüber man nachdenkt, Antworten vergeblich sucht.

Alles ist vertraut, nichts stört das von jeder Distanz befreite Gemeinsame – wir kennen und berühren uns nicht, sind dennoch eins, wissen nicht einmal nichts voneinander … wortlos, tabulos, respektvoll, harmonisch – ein Moment andauernder Verinnerlichung – und diese Erinnerung wird makellos sein …

Chr. Brugger

03/01/2025