Debakel der Extraklasse
Was unsere Ski-Damen beim heutigen Riesentorlauf im Salzburgerischen Hinterglemm in den Schnee "gezaubert" haben, war nichts anderes als eine ski-technische Bankrotterklärung; wer beim Höhepunkt der Saison eine solche Leistung abliefert, muss sich nicht wundern, wenn die Volksseele brodelt – in unzähligen Kommentaren, wie u.a. auf https://www.krone.at, wird "Ursachenforschung" betrieben.

Quelle: https://www.vn.at/sport/2024/01/15/ein-highlight-rennen-fuer-liensberger.vn
Wie dem auch sei: Mit einem Totalausfall und Rückständen weit jenseits der 4-Sekunden-Marke sind wir von der Spitze dermaßen weit entfernt, dass man annehmen könnte, unsere Damen würden allenfalls eine ganz andere Sportart ausüben; Katharina Truppe (+ 8,47 Sek.) ist viel eher schon dem Kreis der Exotinnen zuzuordnen, denn einer Mannschaft mit dem Anspruch, die weltbeste sein zu wollen.
Auf der anderen Seite muss man bedauerlicherweise konstatieren, dass wir in dieser Kerndisziplin des alpinen Rennsports seit nahezu einem ganzen Jahrzehnt nicht einmal mehr ein Weltcuprennen gewonnen haben; der letzte Sieg einer Österreicherin konnte am 07.03.2016 dank Eva-Maria Brem in Jasná (Slowakei) gefeiert werden.
Morgen, bei den Herren, ist Ähnliches, wenn auch nicht in der Dimension des heutigen Desasters, möglich; auch dort starten Marco Schwarz (29), Stefan Brennsteine (33), Raphael Haaser (27) & Patrick Feuerstein (24) als krasse Außenseiter; schon bei den Wettquoten hinken die Österreicher weit hinterher; diverse Wettanbieter räumen Brennsteiner die besten Chancen ein (25,00); auch im Verlauf der bisherigen Weltcup-Saison waren die Ergebnisse der Österreicher "durchwachsen"; von ein paar Ausnahmen abgesehen sind alle heimischen Athleten der Weltspitze nur hinterher gefahren und im RTL-Weltcup sucht man einen Österreicher in den Top-10 der Zwischenwertung vergebens – und auch hier ist Besserung nicht in Sicht.

Quelle: https:://skiweltcup.tv/index.php/raphael-haaser-kreuzbandverletzung-und-sechs-wochen-pause/
Der ÖSV hat nur Glück, dass die Speed-FahrerInnen überraschend gut performt und ein paar Medaillen "eingefahren" haben – viel ist von der Technik-Abteilung des ÖSV nämlich nicht mehr zu erwarten; jede Medaille gliche einer handfesten Sensation.
Was den Tipp für morgen betrifft, vertraue ich, wie bereits beim heutigen RTL der Damen, der "Ringier Sports AG" (Schweiz):
- Marco Odermatt 🇨🇭
- Alexander Steen Olsen 🇳🇴
- Loïc Meillard 🇨🇭
Gar so falsch sollte diese Prognose nicht sein – aber möglich ist, wie bei jedem Rennen, alles; denn auch Henrik Kristoffersen, Žan Kranjec, Atle Lie McGrath & Lucas Pinheiro Braathen ist einiges zuzutrauen; wenn bei den Österreichern einer in den zufälligen Genuss einer Chance kommen sollte, dürfte das Patrick Feuerstein sein; der Rest wird froh sein müssen, ohne Verletzungen das Ziel zu erreichen.
Chr. Brugger
13/01/2025