Ausgleich & Gerechtigkeit
Es hat einen triftigen Grund gegeben, warum vorgestern bei der nordischen Ski WM im Mixed-Bewerb der Kombinierer das Resultat erst relativ spät bekannt gegeben wurde; wer, noch dazu nach seinen eigenen, live im Fernsehen getätigten, Aussagen, einen Gegner im Zielsprint ganz bewusst behindert, um sich dadurch einen unlauteren Vorteil zu verschaffen, muss mit Widerstand rechnen; was sich der Österreicher Johannes Lamparter im Zielsprint gegen den Japaner Ryota Yamamoto geleistet hat, war nicht nur unsportlich, sondern eines WM-Teilnehmers nicht würdig; "ganz bewusst" habe er (Lamparter) seinen Konkurrenten den Weg ins Ziel blockiert – unter fairen Bedingungen hätte Lamparter gegen Yamamoto, so ehrlich sollte man sein, nicht den Funken einer Chance gehabt.
Beim gestrigen Compact-Rennen ergab sich für Lamparter nicht die Chance, seine fragwürdigen Methoden ein weiteres Mal unter Beweis zu stellen – er hatte im Finish mit dem Sieg nichts mehr zu tun; so konnten zumindest die Zuseher von ausgleichender Gerechtigkeit sprechen und mutmaßen, die Strafe folge eben immer auf dem Fuß; Rang 5 ist aber durchaus respektabel bzw. leistungsgerecht.

Quelle: https://www.linthzeitung.ch/sport/schneesport/langlauf-klaebo-erstmals-weltmeister-in-distanzrennen
Im Zentrum der sportlichen Geschehnisse standen gestern wieder die NorwegerInnen; im Compact-Rennen setzt sich der Top-Favorit Jarl Magnus Riiber vor seinem Landsmann Jens Lurås Oftebro durch und im 20km-Skiathlon gab es durch Johannes Høsflot Klæbo, Martin Løwstrøm Nyenget sowie Harald Østberg Amundsen einen Dreifachsieg; Österreichs einziger Teilnehmer, Mika Vermeulen, kam mit rund einer Minute Rückstand als 13. ins Ziel.
Das Damen-Team-Springen auf der Normalschanze gewann ebenfalls Norwegen – vor Österreich und Deutschland.
Heute dürften die Medaillenchancen für das ÖSV-Team aber wesentlich größer sein; denn erstmals greifen unsere erfolgsverwöhnten Super-Adler ins Geschehen ein; es müsste schon sehr viel Überraschendes passieren, wenn das Quartett Stefan Kraft, Daniel Tschofenig, Jan Hörl & Maximilian Ortner nicht zumindest eine Medaille gewinnt.
Berechtigte Hoffnungen auf eine Medaille darf sich auch Österreichs einzige wettkampftaugliche Langläuferin machen – Teresa Stadlober könnte im 20km-Skiathlon-Rennen nicht nur sich selbst, sondern auch uns Zuseher positiv überraschen; es bleibt nur zu hoffen, dass Frl. Stadlober nicht wieder, wie am 25.02.2018 in Pyeongchang, aus "unerfindlichen" Gründen irgendwo falsch abbiegt.
Nichts zu erwarten haben wir heute bei den Damen in der Kombination aus dem Springen von der Normalschanze und dem anschließenden 5km-Langlauf; auch diese Disziplin dürfte eine "Beute" der Norwegerinnen werden; Ida Marie Hagen und Gyda Westvold Hansen sollten sich den Sieg untereinander ausmachen.

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Eines steht schon am Ende der ersten Wettkampfwoche in Trondheim fest: Das Zuschauerinteresse ist dermaßen groß, dass alle Veranstalter von nordischen Grossereignissen in anderen Ländern vor Neid erblassen müssen; allein beim 20km-Skiathlon-Rennen der Herren waren ca. 75.000 Langlaufbegeisterte vor Ort und heute, wenn die Damen an der Reihe sind, wird das Interesse nicht wesentlich geringer sein – nur zum Vergleich: Bei allen Bewerben der heurigen Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm waren ca. 150.000 Zuseher anwesend; um diese Zahl zu erreichen, benötigt man in Trondheim nur 2 Rennen …
Chr. Brugger
02/03/2025